Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Robert

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Robert

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat den Langtitel Gesetz f√ľr den Vorrang erneuerbarer Energien und rechnet zum deutschen Umweltrecht. Ziel es EEG ist die F√∂rderung von Strom- und W√§rmegewinnung aus erneuerbarer Energie. Hintergrund ist die zunehmend brenzlige Abh√§ngigkeit von endlichen, fossilen Energietr√§gern.

Regelungsinhalte des EEG

Kern des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes ist eine Abnahmegarantie f√ľr produzierten Strom sowie eine entsprechende Verg√ľtungspflicht f√ľr den Anlagenbetreiber, die √ľber zwanzig Jahre garantiert wird. Als erneuerbare Energien und damit als f√∂rderf√§hig sind folgende Energietr√§ger im Gesetz anerkannt:

Seit 2009 bezieht sich das EEG nurmehr auf den Strombereich. F√ľr die Erzeugung von W√§rmeenergie wurde das W√§rmegesetz geschaffen. Seit 2017 bestimmen Ausschreibungen von der Bundesnetzagentur die H√∂he der F√∂rderung f√ľr erneuerbare Energien. Die Ausschreibungsmenge wird vom Staat vorgegeben und garantiert eine Mindesteinspeiseverg√ľtung f√ľr die ersten zwanzig Jahre.

Aktuelle Einspeiseverg√ľtung

Die Einspeiseverg√ľtung richtet sich nach dem Energietr√§ger sowie dem Jahr der Installation. So wird f√ľr bestimmte Photovoltaikanlagen mit Installation im Jahr 2009 beispielsweise 43,01 Cent je Kilowattstunde (2008: 44,41 Cent) bezahlt.
Je nach Jahr der Errichtung gelten die Einspeiseverg√ľtungen dann 20 Jahre lang. Das gilt f√ľr alle regenerativ arbeitenden Stromerzeugungsanlagen. Ab 2010 wurden die Festpreise dann von garantierten Staffelpreisen abgel√∂st, die j√§hrlich geringer werden. Mit dem EEG 2016 wurde erstmals der Ausbau der erneuerbaren Energien nach oben gedeckelt. Dadurch sanken die tats√§chlichen Einspeiseverg√ľtungen weiter. Das f√ľhrt zu vermehrtem Eigenverbrauch, sobald der eingesparte Strompreis √ľber der potenziellen Einspeiseverg√ľtung liegt.
Die Einspeiseverg√ľtung bei Photovoltaik-Anlagen, die zwischen November 2019 und Januar 2020 ans Netz angeschlossen wurden oder bei der Bundesnetzagentur gemeldet wurden, ist leicht gesunken. Bei den Anlagen bis 10 kWp liegt die Verg√ľtung ungef√§hr bei 0,11 Cent/kWh. Die Degression ist f√ľr die genannten Monate auf 1,0¬†% gestiegen.

Aktuelle Werte werden von der Bundesnetzagentur am letzten Tag jeden Monats hier veröffentlicht.

Erfolgsgeschichte Erneuerbare-Energien-Gesetz?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz begann 1990 als Stromeinspeisungsgesetz und f√ľhrte zu heute √ľber 300.000 Photovoltaikanlagen auf deutschen D√§chern. Nicht zuletzt aufgrund dieser Erfolgsgeschichte wurde insbesondere das Modell der Einspeiseverg√ľtung in mittlerweile 47 Staaten √ľbernommen. Im Jahr 2018 generierten eine Million Eigenheime Solarstrom, davon bestellte jeder zweite Photovoltaik-K√§ufer Solarspeicher dazu. Die Umweltbewusstseinsstudie hat 2018 festgestellt, dass ein F√ľnftel der Befragten eine eigene Anlage zur Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen, wie beispielsweise eine Photovoltaik-Anlage oder eine Erdw√§rme-Heizung, angeschafft hat. Davon k√∂nnen sich 88 Prozent vorstellen, dies wieder zu tun.

Kritik am EEG

Fakt ist, das EEG war Motor f√ľr die rasche Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland. √úber die √∂konomische und √∂kologische Effizienz sowie die umfangreichen Ausnahmen f√ľr die Energie-intensive Industrie kann man jedoch trefflich streiten. Je nach Klimaziel hat das EEG n√§mlich unterm Strich bis dato nicht viel gebracht – au√üer 240 Milliarden Euro Quersubvention auf Kosten der „normalen“ Stromkunden (Stand 2018; jedes Jahr kommen ca. 25 Milliarden Euro dazu).
Neben den erneuerbaren Energien, die das Gesetz als solches anerkennt, gibt es auch noch förderfähige Alternativen wie die Nutzung von Abwärme oder Nach- bzw. Fernwärme, sofern dieses Netz aus regenerativen Energien gespeist wird. Auch Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen fallen nicht darunter.

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